VEREINBARKEIT UND BILDUNGSGERECHTIGKEIT

Pakt für den Nachmittag

Der „Pakt für den Nachmittag“ (PfdN) beruht auf einer Kooperationsvereinbarung über die Einführung von ganztägigen Angeboten für die jüngsten Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2015/2016 zunächst mit sechs Pilot-Schulträgern geschlossen wurde. Im „Pakt für den Nachmittag“ übernehmen Land und Schulträger erstmals gemeinsam Verantwortung für ein integriertes und passgenaues Bildungs- und Betreuungsangebot.  Alle Grundschulen und Grundstufen von Förderschulen, die dies wünschen, sollen in den „Pakt für den Nachmittag“ aufgenommen werden. Im Schuljahr 2018/2019 beteiligen sich bereits drei Viertel der Schulträger in Hessen mit insgesamt 208 Schulen an der Umsetzung des PfdN.

Das Ziel der Vereinbarung ist, noch stärker zu mehr Bildungsgerechtigkeit und einer besseren individuellen Förderung für die Schülerinnen und Schüler sowie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Eltern beizutragen.

Teilnehmende Grundschulen und Grundstufen von Förderschulen verfügen an fünf Tagen in der Woche von 7:30 Uhr bis 17:00 Uhr und erstmals auch in den Schulferien über ein verlässliches und freiwilliges Bildungs- und Betreuungsangebot. Je nach Bedarf und orientiert an den vor Ort vorhandenen Strukturen und dem gemeinsam entwickelten Konzept wird im „Pakt für den Nachmittag“ ein für die jeweilige Kommune passendes Angebot etabliert, das Ganztag und Betreuung stärker verzahnt. Eltern können zwischen mindestens zwei zeitlichen Modulen wählen, einem kürzeren bis 14:30 oder 15:00 Uhr und einem längeren bis 17:00 Uhr, auf Wunsch auch mit Ferienbetreuung.

Grundsätzlich ist der „Pakt für den Nachmittag“ ein freiwilliges Angebot, nach Anmeldung des Kindes dann verbindlich. Für die Bildungs- und Betreuungsangebote von Schulen im „Pakt für den Nachmittag“ gilt - ebenso wie für die Schulen im Profil 1, 2 und 3 des Ganztagsprogramms - der in der Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen verankerte Qualitätsrahmen für die Profile ganztägig arbeitender Schulen. Schulen im Pakt für den Nachmittag arbeiten nach den Qualitätskriterien des Profils 2.

Die Umsetzung des „Pakts für den Nachmittag“ begann im Schuljahr 2015/2016 an insgesamt 57 hessischen Schulen in der Stadt Kassel, der Stadt Frankfurt, dem Kreis Bergstraße, dem Landkreis Gießen, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie der Stadt Darmstadt. Die Kooperationsvereinbarung wurde jeweils um regionale Anlagen ergänzt, um die Situation vor Ort zu berücksichtigen.

Im Schuljahr 2018/2019 beteiligen sich neben den sechs Pilotschulträgern die folgenden Schulträger am Pakt für den Nachmittag: Landkreis Fulda, Stadt Gießen, Kreis Groß-Gerau, Stadt Hanau, Kreis Hersfeld-Rotenburg, Hochtaunus-Kreis, Landkreis Kassel, Lahn-Dill-Kreis, Landkreis Limburg-Weilburg, Main-Kinzig-Kreis, Main-Taunus-Kreis, Stadt Offenbach, Landkreis Offenbach, Stadt Rüsselsheim, Vogelsbergkreis, Kreis Waldeck-Frankenberg, Wetteraukreis, Werra-Meißner-Kreis, Stadt Wiesbaden.

Durch den „Pakt für den Nachmittag“ wird der Ausbau des Ganztagsprogramms des Landes weiter beschleunigt und intensiviert.

„Wir investieren seit Jahren gezielt in den Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote an unseren Schulen.“

Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Hessischer Kultusminister

Ein Pakt für den Nachmittag: Land und Schulträger schaffen gemeinsam mehr Ganztagsangebote in hessischen Schulen

Im laufenden Schuljahr 2020/21 haben über 270 Schulen ihr bestehendes Ganztagsangebot in den Profilen 1, 2, 3 und im Pakt für den Nachmittag erweitert oder nehmen neu an dem Landesprogramm teil. Somit profitieren an insgesamt 1.225 Schulen über 315.000 Schülerinnen und Schüler schon heute davon. Für den Ausbau des Ganztagsprogrammes werden 3.600 Lehrerstellen zusätzlich zur Verfügung gestellt. Das sind doppelt so viele wie zu Beginn der vergangenen Wahlperiode

Was steckt hinter dem Pakt?

Statt verpflichtender Ganztagsangebote: Freiwilligkeit. Alle Grundschulen und Grundstufen von Förderschulen können mit Unterstützung des „Pakts für den Nachmittag“ ein Angebot einrichten, das Ganztag und Betreuung stärker verzahnt. Ein Pakt mit vielen Bildungschancen: Fair verteilte Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche, am Bildungssystem teilzunehmen, Beruf und Familie besser zu vereinbaren und den Nachwuchs zu fördern – dafür setzen sich Land und Schulträger gemeinsam ein. Hand in Hand und auf Basis der vorhandenen Strukturen vor Ort schaffen sie gemeinsam ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote an Grundschulen, die integriert und passgenau an fünf Tagen in der Woche und in den Schulferien angeboten werden können.

Vom „Pakt für den Nachmittag" zum „Pakt für den Ganztag"

Der „Pakt für den Nachmittag" soll erweitert werden – zum „Pakt für den Ganztag". Ziel ist es, bestehende Angebote weiter auszubauen und sicherzustellen, dass sie bis mindestens 14.30 Uhr entgeltfrei sind. Mit dem neuen Pakt können Grundschulen und Grundstufen von Förderschulen eine sogenannte Teilbindung anbieten. Das bedeutet: Alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse bleiben bis 14.30 Uhr zusammen.  Unterricht und Angebote wechseln sich in dieser Zeit ab. Dreizehn Paktschulen bieten das Modell der Teilgebundenheit im Schuljahr 2020/2021 an, weitere werden in den nächsten Schuljahren folgen.

Wachsmalstifte © pixabay

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