WETTBEWERB

"Hessen smart gemacht - Miteinander lokal digital "

Ob der Einkauf oder die Kinderbetreuung – In Hessen haben viele Kommunen, Startups, Vereine, Initiativen und Unternehmen Ideen gefunden, um bestehende Probleme und Herausforderungen digital zu lösen. Um diesen Projekten ein Gesicht zu geben und sie zu unterstützen wurde der Wettbewerb „Hessen smart gemacht – Miteinander lokal digital 2020“ im Jahr 2019/2020 einmalig durchgeführt. Prämiert werden Ansätze und Ideen, die auf andere Kommunen und Bereiche übertragen werden können und das Miteinander stärken.

96 Projekte haben sich in den vier Kategorien „Smarte Gemeinschaft“, „Smarte Beteiligung“, „Smarte Helfer“ und „Smartes Lernen“ bis Ende Januar 2020 beworben. In jeder Kategorie wurden jeweils drei Preise vergeben, die mit 5.000 Euro, 3.000 Euro und 2.000 Euro dotiert sind. Zu den Gewinnern zählt zum Beispiel die Gemeinde Nüsttal mit ihrer App „DorfFunk“ (entwickelt durch das Fraunhofer IESE). Die App zielt darauf, die Kommunikation zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Gewerbetreibenden zu fördern. Auch wichtige gemeindliche Informationen werden hier kurzfristig bekannt gemacht.

Alle Gewinnerprojekte und Projektträger finden sie nachfolgend sowie unter

www.hessenlink.de.

Kategorie Smarte Beteiligung

1. Preis: Snippet - digitale Jugend-Beteiligung in Kassel

Projektträger: beWirken - Jugendbildung auf Augenhöhe gUG mit Straßenverkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Kassel

Zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen am Prozess für ein Mobilitätskonzept im Stadtteil „Vorderer Westen“ wurden in Kassel neue Wege beschritten. Mit der extra dafür entwickelten Beteiligungs-App „Snippet“ von beWirken wurden niedrigschwellig Jugendliche über einen QR-Code und Link eingeladen ihre Meinung abzugeben. Das Umfrage-Tool ist eine Web-App und kann intuitiv mit wischen und anderen Gesten genutzt werden. Außerdem wurden neben der direkten Ansprache im Stadtteil gezielt Facebook und Instagram Ads sowie E-Mail Verteiler genutzt. Der Erfolg der digitalen Beteiligung kann sich mit über 1.000 beteiligten Jugendlichen sehen lassen. Das Tool soll daher auch in anderen Prozessen in Kassel eingebunden werden und ist auch auf andere Kommunen übertragbar.

2. Preis: „Weck den Herkules in dir“ - Bürgerinitiierte Dienstleistungen (Civitas Digitalis)

Projektträger: Karlsruhe, Stadt Kassel

Mit „Weck den Herkules in dir“ haben die Stadt Kassel und Universität Kassel eine neue Beteiligungsplattform geschaffen. Die Plattform ist für alle, die Ideen für Kassel einbringen, Projekte umsetzen oder eine Initiative starten möchten und dafür Unterstützung von anderen benötigen. Dabei haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit auf Basis eines multimedialen, medienbruchfreien Ansatzes, ihren Projektvorschlag zu beschreiben, visuell darzustellen oder videobasiert zu präsentieren und ihn einem Realitäts- und Akzeptanzcheck durch Bürgerinnen und Bürger als Expertinnen und Experten Ihres Umfeldes zu unterziehen. Die Themen werden so auf die politische Agenda gebracht, eine aktive Nachbarschaft gefördert und die bürgerschaftliche Teilhabe an der Stadtentwicklung gestärkt. Die Ergebnisse des Projekts sind in einem Abschlussband für andere Kommunen abrufbar.

3. Preis: Vision Bergstraße - Eine interaktive Kreisentwicklungs-Strategie für die Bergstraße

Projektträger: Kreis Bergstraße

Im Projekt Vision Bergstraße hat der Kreis Bergstraße seine Bewohner aktiv in die Diskussion um eine neue Kreisentwicklungs-Strategie einbezogen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung sind zahlreiche Bewohner des Kreises der Frage nachgegangen, welche Ziele im Kreis verfolgt werden müssen, damit dieser auch in 2030 eine lebenswerte Region darstellt. Herzstück des Beteiligungsprozesses ist die Plattform www.vision.kreis-bergstrasse.de. Mit einer crossmedialen Verzahnung von on- und offline Beteiligungsangeboten wurde der Beteiligungsprozess und dessen Veranstaltungen kreisweit kommuniziert und transparent dokumentiert. Die Online-Plattform wird auch weiterhin für neue Beteiligungsprozesse und die Begleitung der aus der Kreisentwicklungsstrategie resultierenden Projekte genutzt.

Kategorie Smarte Gemeinschaft

1. Preis: Nüsttal vernetzt sich digital!

Projektträger: Gemeinde Nüsttal

Die Gemeinde Nüsttal fördert mit der Smartphone-App „DorfFunk“ die Kommunikation generationsübergreifend zwischen den Bürgerinnen und Bürgern der verschiedenen Ortsteile. Auch Vereine mit ihren Aktivitäten können sich damit präsentieren, Gewerbetreibende für ihr Angebot werben sowie die Gemeinde den „schnellen Weg“ nutzen, wichtige gemeindliche Informationen kurzfristig bekannt zu machen. Die App wurde von der Gemeinde beschafft, administriert und kann von allen kostenfrei heruntergeladen werden. Kooperationspartner ist das Fraunhofer Institut für experimentelles Software Engineering (IESE), welches die App entwickelt hat und bei dem die Daten gehostet und lediglich zur Nutzung der App gespeichert werden. Ziel der Gemeinde ist es, innerhalb eines Jahres die Hälfte der Bewohner für diese App zu begeistern.

2. Preis: Crossiety - Der Digitale Dorfplatz

Projektträger: Stadt Diemelstadt

Diemelstadt hat für seine Bürgerinnen und Bürger die App "Crossiety" als werbefreier, digitaler Dorfplatz beschafft und eingeführt. Die Idee dazu entstand bei den in Diemelstadt durchgeführten Dorfmoderationen im Oktober 2018. Wunsch war es, anderen Bürgern Hilfsangebote zu geben, lokale Nachrichten zu erfahren und die Kommunikation zwischen Bürgerinnen und Bürgern, aber auch innerhalb von Firmen, Vereinen usw. vereinfachen zu können und somit eine neue Qualität menschlichen Miteinanders über alle Altersgruppen hinweg zu erzielen. Die Nutzung von Crossiety in Diemelstadt wird von einem ehrenamtlichen Projektteam begleitet, das den Vereinen, Privatpersonen, Gewerbetreibenden und Institutionen bei Fragen zur Verfügung steht. Bei Crossiety handelt es sich um ein niederschwelliges Angebot, welches jeder Bürger kostenfrei nutzen kann. Diemelstadt dient bei diesem Projekt als Pilotkommune in Deutschland.

3. Preis: Digitale Nachbarschaftsnetzwerke stärken gesellschaftlichen Zusammenhalt

Projektträger: nebenan.de (Good Hood GmbH), Berlin

In der Pilotgemeinde Hünfelden erprobt nebenan.de gemeinsam mit der Gemeinde und weiteren lokalen Partnern die Gelingensfaktoren für einen erfolgreichen Aufbau und ökonomisch nachhaltigen Betrieb von Nachbarschaftsnetzwerken auf dem Land. Nebenan.de verbindet adressverifizierte Anwohner mit vollen Klarnamen in lokalen, sozialen Netzwerken. Bei der Anmeldung nennen die Nutzer ihre Interessen, sowie Dinge & Fähigkeiten, die sie mit ihren Nachbarn teilen würden. So entsteht eine sichere Kommunikationsplattform mit wir-orientierter Vertrauenskultur. Tauschen, Teilen, Leihen, Schenken, lokale Empfehlungen, gemeinsame Interessen und Hobbies, sowie Nachbarschaftshilfe, Sicherheit und lokales Engagement sind die größten Themen. Die digitalen Interaktionen schaffen neue Begegnungen im echten Leben, stärken Austausch und Miteinander, senken die Eintrittsbarriere in die Nachbarschaftshilfe und beugen der Einsamkeit vor.

Kategorie Smarte Helfer

1. Preis: Inklusionskompass

Projektträger: Interessengemeinschaft barrierefreies Fulda e.V., Fulda

Der Inklusionskompass soll insbesondere Menschen mit Behinderung und ältere Bürger in die Lage versetzen, regionale, inklusive Angebote und Informationen jederzeit aktuell und online abzurufen, um eine selbstständige Teilhabe am Leben in allen Lebenslagen zu ermöglichen. Die Angebote werden von Organisationen und Dienstleistern selbstständig und kostenfrei hinterlegt. Schon bei der Planung der Internetseite wurden alle relevanten regionalen Gruppen vor Ort angesprochen. So waren die Hochschule Fulda, DRK, Malteser, Behindertenbeirat der Stadt Fulda, Caritas, Blindenbund Osthessen, Pflegestützpunkt Fulda, Inklusionsbüro der Stadt Fulda, Antonius Netzwerk Mensch und EUTB Fulda beteiligt und konnten wichtige Akzente und Anregungen geben. Die Webseite soll in der Grundausstattung kostenfrei auch anderen Kommunen in Hessen zur Verfügung gestellt werden.

2. Preis: Between The Lines

Projektträger: Between The Lines e. V., Solingen, Pilot-Projekt im Hochtaunuskreis

Bei (psychischen) Problemen fehlen Jugendlichen oftmals Ansprechpartner. Sie haben entweder keine Informationen oder haben Schwierigkeiten die richtigen Informationen zu filtern bzw. von Fehlinformationen zu unterscheiden. Between the lines ist eine App/Webseite, die über moderne Tools zielgerichtet und unkompliziert fachlich validierte Kenntnisse über psychische Probleme anbietet, und regionale Hilfsangebote bereitstellt (Beratungs- und Anlaufstellen). Ziel ist es, dass Jugendliche alle wichtigen Informationen an einer Stelle finden, um eine sinnvolle und autonome Entscheidung für ihr Problem treffen zu können. Das Pilot-Projekt im Hochtaunuskreis ist bereits im vergangenen Jahr gestartet, perspektivisch sollen weitere Regionen in Hessen folgen.

3. Preis: Persönlicher Mobilitätsassistent

Projektträger: SMINNO GmbH, Kassel

Die Mobilität von heute beginnt mit dem Smartphone. Mithilfe der Digitalisierung bietet SMINNO einen persönlichen Mobilitätsassistenten, der über das intuitive Bedienelement Voice Control gesteuert wird und für jeden auf dem persönlichen Smartphone zugänglich ist. Dieser zeigt alle verfügbaren Transportmittel-Optionen (Rad, ÖPNV, Leihräder, etc.) samt Zeitaufwand gebündelt an. Der Nutzer kann diese auch direkt buchen und bezahlen. Der Smartphone-Nutzer wird somit Teil der vernetzten Verkehrssystems, das ihm die für seine persönliche Mobilität relevanten Informationen in Echtzeit liefert und ihm während seiner Fahrt weiter unterstützt. Ziel ist es, Barrieren zu überwinden und Nutzern moderne funktionale Möglichkeiten der Mobilität zu eröffnen.

Kategorie Smartes Lernen

1. Preis: teclab & tectruck - Makerspace für Kids & Teens

Projektträger: techeroes gGmbH, Bad Vilbel

Techeroes bietet Schulen, Kitas und anderen Bildungseinrichtungen einen völlig neuen Ansatz in der MINT- und Ökonomie-Förderung für Kinder ab fünf Jahren. Es wird auf Methoden und Konzepte gesetzt, die weltweit erfolgreich im Unterricht verwendet werden. Thematisch geht es um die sechs Bereiche: Mathematik, Digital-Kompetenz, Coding (Programmieren), Robotik, Design und Unternehmertum. Das Angebot besteht aus einem MakerSpace und einem mobilen Angebot, dem tectruck. Der tectruck besucht Kitas, Schulen und andere Bildungseinrichtungen und ermöglicht die Bearbeitung grundlegender digitaler Themen an Projekttagen oder in der Nachmittagsbetreuung. In der teclab werden verschiedene Kurse und Workshops angeboten. Der Unternehmenssitz ist in Bad Vilbel, das Angebot jedoch größtenteils auch bundesweit erhältlich.

2. Preis: Freiwilligendienst Digital

Projektträger: Deutsches Rotes Kreuz in Hessen Volunta gGmbH, Wiesbaden

Im Rahmen ihres FSJ setzen Jugendliche eigenverantwortlich digitale Projekte um, die darauf abzielen die Medienkompetenz der jeweiligen Zielgruppe zu stärken. Sie bauen ihre bereits vorhandenen Fähigkeiten im digitalen Bereich aus und wenden sie in einem zivilgesellschaftlichen Kontext praktisch an. So wird eine technikaffine Zielgruppe für zivilgesellschaftliches Engagement zum Wohle sozialer Einrichtungen und ihrer Zielgruppe gewonnen. Dieser praxisorientierte Generationendialog fördert nicht nur das Erlernen neuen Wissens, sondern bietet zugleich zusätzliche Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe durch einen (verstärkten) Zugang zur digitalen Welt. Ab 2020 wird das Projekt auf ganz Hessen ausgeweitet. Dann werden max. 28 Freiwillige an 28 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Schulen, Behindertenhilfeeinrichtungen, Altenhilfe und Rotkreuzeinrichtungen ihren Frei-willigendienst Digital starten.

3. Preis: Schlau durch Smartes Frühstück

Projektträger: Miteinander-Füreinander Oberes Fuldatal e. V., Ebersburg

Das Projekt zeigt im ländlichen Raum technische Lösungen, die das Leben im Alter oder mit Handicaps erleichtern und das Wohnen in den eigenen vier Wänden komfortabler und sicherer machen: von digitaler Unterstützung bei den kleinen Dingen des Alltags wie Einkaufen, über die vereinfachte Kommunikation mit weit entfernt lebenden Angehörigen bis hin zum Online-Banking. Digitale Kompetenzen erwerben Interessierte in den zielgruppenorientierten Smartphone und Tabletkursen (max. 6 Personen, max. 3 Stunden). Bei den 14-tägigen Smarten Frühstücken können die Kursteilnehmer/innen ihre digitalen Kompetenzen erweitern, Berührungsängste abbauen, Erfahrungen austauschen und Neues kennenlernen. Ehrenamtliche Technikbotschafter unterstützen mit ihren Kompetenzen das Projekt. Dieser Ansatz soll ausgebaut und auf andere Standorte erweitert werden.

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Als Anlaufstelle für kommunale Akteure, Anbieter von Smart Region-Lösungen und weitere Interessierte unterstützt die Geschäftsstelle Smarte Region Hessen die Kommunen auf dem Weg der Digitalisierung. Mehr lesen...

Bürger:innen können sich mit ihren Anliegen oder ihren Fragen direkt an den zentralen Auskunftsservice für die hessischen Amtsgerichte, Landgerichte und das Oberlandesgericht wenden. Mehr lesen...