PSYCHOSOZIALE UNTERSTÜTZUNG VOR ORT

Gemeindepflegerinnen und -pfleger

Die Landesregierung setzt sich dafür ein, dass ältere Menschen trotz Einschränkungen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben und für sich selbst sorgen können. Daher wurde die Förderung von Gemeindepflegerinnen und Gemeindepflegern ins Leben gerufen.

Die Personalkosten einer bzw. eines medizinischen Fachangestellten bzw. einer Altenpflegerin oder eines Altenpflegers bzw. einer Stellenanwärterin oder eines Stellenanwärters mit Qualifikationen aus vergleichbaren Bereichen werden bezuschusst. Derzeit sind rund 35 Gemeindepflegerinnen und Gemeindepfleger im Einsatz.

Neben dem Kern der Richtlinie, der Förderung eines möglichst langen selbstbestimmten und selbstständigen Lebens von Seniorinnen und Senioren in ihrem vertrauten Umfeld, dienen die Unterstützungsleistungen der Gemeindepflegerin oder des Gemeindepflegers der Vermeidung des Eintritts der Pflegebedürftigkeit und orientieren sich an den Wünschen der Klientin oder des Klienten. Im Zuge einer präventiven, vorbeugenden und sorgenden Arbeitsweise werden mögliche Unterstützungsbedarfe in den gesundheitlichen, pflegerischen und sozialen Bereichen ermittelt und geeignete Angebote sowie Hilfe vor Ort vermittelt (Verweisberatung). In sinnvoller Ergänzung bereitet die Gemeindepflegerin oder der Gemeindepfleger einen Lückenschluss bestehender Strukturen dar, womit (Haus-)Arztpraxen, Seniorenbüros und Pflegestützpunkte entlastet werden. Die dargebotenen Dienstleistungen der Stelleninhaber*in sind hierbei als ein allgemein zugängliches Beratungsangebot für alle Bürgerinnen und Bürger einer Region zu gestalten.

Die Förderausschreibung und das Antragsformular können elektronisch beim Hessischen Ministerium für Soziales und Integration über die E-Mail-Adresse gesundheitsnetze@hsm.hessen.de eingereicht werden.

Psychosoziale Unterstützung vor Ort: Eine Gemeindepflegerin

Die Landesregierung setzt sich dafür ein, dass ältere Menschen trotz Einschränkungen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben und für sich selbst sorgen können. Daher wurde die Förderung von Gemeindepflegerinnen und –pflegern ins Leben gerufen.

Uta Brand ist seit 34 Jahren Krankenschwester und seit 2018 als Gemeindepflegerin im Projekt PauLa/Kreis Bergstraße tätig.

Frau Brand, wie kam es zu dem Projekt?

Wir wurden von Allgemeinmedizinern aus dem Kreis angesprochen, dass es ältere Menschen gibt, die nicht optimal versorgt sind und nicht mehr am sozialen Leben ihrer Gemeinde teilhaben. Diese Menschen sind oft chronisch krank, nicht mobil und haben Schwierigkeiten, ihre Bedürfnisse in unserem Gesundheitssystem zu artikulieren. Das führt zu einer voranschreitenden Vereinsamung.

Das Projekt heisst „PauLa – psychosoziale Fachkraft auf dem Land“ und wir haben es in unser Netzwerk Ortsnahe Versorgung Odenwald (NOVO), das neun Kommunen mit insgesamt rund 70.000 Einwohnerinnen und Einwohnern umfasst, integriert.

Welchen Einfluss hat Ihre Arbeit auf den Alltag und das Leben der Menschen?

Oft erreichen präventive und gesundheitsförderliche Angebote sozial benachteiligte Menschen nur schwer. Wir schaffen Abhilfe: Wir erleichtern ihnen den Zugang und vermitteln etwa bei Fragen zu Pflege und Hauswirtschaft. Ob durch Freizeitangebote, Nachbarschaften oder regionale soziale Netzwerke – Mit unserer Hilfe konnten viele ihre Lebensqualität zurückgewinnen, ihren Alltag selbstbestimmter bewältigen und einfach wieder Teil der Gesellschaft sein.

PauLa berät Klienten und deren Angehörige kostenlos, neutral und vertraulich: Uta Brand besucht die Menschen zu Hause, macht sich ein Bild von der Versorgungssituation und steht ihnen individuell zur Seite. Sie pflegt nicht und ist rein präventiv tätig.

Gemeindeschwester

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