Hessenatlas

Regionale Ausbildungsquoten

In den ländlichen Räumen Nord- und Mittelhessens ist die Ausbildungsbeteiligung der Betriebe traditionell hoch – von allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten absolvieren hier vergleichsweise viele eine Ausbildung. Die Ausbildungsquoten, die die Anzahl der Auszubildenden in das Verhältnis zu allen Beschäftigten setzen, lagen 2018 in den Regierungsbezirken Kassel und Gießen insgesamt jeweils bei 6 Prozent und damit höher als im überwiegend städtisch geprägten Regierungsbezirk Darmstadt mit 4 Prozent.

Insofern leisten die ländlichen Räume einen wesentlichen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Hessen. Besonders hervorzuheben sind in dieser Hinsicht die Kreise Fulda, Waldeck-Frankenberg, Limburg-Weilburg und Vogelsberg mit Ausbildungsquoten von über 5,5 Prozent.

Ausbildungsquote 2018

Anzahl der sich in Ausbildung befindenden Beschäftigten im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Beschäftigten in %

Kartenbild

Legende

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unter 4

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nicht den ländlichen Räumen zugehörig (EPLR)

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Regierungsbezirk

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Gemeinden

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Quelle: Bundesagentur für Arbeit (Beschäftigungsstatistik), Kartengrundlage: GfK GeoMarketing Neben den gemäß BBiG und HwO dual ausgebildeten Personen zählen in der Beschäftigungsstatistik auch u. a. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in schulischer Ausbildung (z. B. Gesundheits- und Kranken-pflege) zu den Auszubildenden.

Die Ausbildungsleistung könnte in Hessen noch größer ausfallen, wenn mehr offerierte Ausbildungsplätze und Personen, die Interesse an einer Ausbildung zeigen, zusammengeführt werden könnten. Im Kreis Fulda beispielsweise konnten in Ermangelung von (geeigneten) Interessenten an einem Ausbildungsplatz 2018 letztlich 10 % aller bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen nicht besetzt werden. Der Durchschnitt lag bei 7 %. Zugleich blieben im Kreis Fulda 9 % aller gemeldeten Jugendlichen unvermittelt. Der Durchschnitt lag hier hessenweit bei 16 %. Auf dem hessischen Ausbildungsmarkt gibt es somit Passungs- und/oder Vermittlungsprobleme von Angebot und Nachfrage. Diese können beispielsweise dadurch verursacht werden, dass die Standorte der Betriebe und der Berufsschulen sowie die (gewünschten) Wohnorte der an einer Ausbildung interessierten Jugendlichen auseinanderfallen.

In den kommenden Jahren ist mit einem Rückgang der Auszubildendenzahlen in den ländlichen Kommunen zu rechnen, da die vor Ort wohnende Bevölkerung in der schul- und ausbildungsrelevanten Altersklasse demografisch bedingt noch weiter abnehmen wird. Vor diesem Hintergrund gilt es für die dort ansässigen Betriebe, den jungen Menschen ein attraktives bzw. zum Studium konkurrenzfähiges Angebot für eine Berufsausbildung zu machen.

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